Neues aus dem Markt

12.10.2026 - PV-Zubau: Jahresvergleich bestätigt den Strukturwandel

 
 

Der September brachte sowohl bei Photovoltaik als auch für Speicher vergleichsweise geringe Zubauwerte. Ein Blick auf die ersten drei Quartale im Jahresvergleich macht bereits erahnte Entwicklungen sichtbar: Während Großanlagen den PV-Markt stabilisieren, gewinnt der Speichermarkt weiter an Dynamik, vor allem für Großspeicher. Aber auch bei Heim- und Gewerbespeichern mehren sich die Anzeichen für eine nachhaltige Belebung.

 

PV-Zubau im September gebremst

Rund 1.460 MWp wurden pro Monat bislang durchschnittlich in diesem Jahr bei der Bundesnetzagentur registriert. Mit aktuell 1.026 MWp neu installierter Leistung (Datenstand: 12.10.2026) gehört der September überraschend zu den schwächeren PV-Monaten dieses Jahres. Aufgrund der einmonatigen Registrierungsfrist im Marktstammdatenregister sind zwar noch Korrekturen und Nachmeldungen zu erwarten (die Bonner Behörde rechnet standardmäßig mit einem Zuschlag von 15 %), doch selbst unter Berücksichtigung dieser Nachträge dürfte das September-Ergebnis hinter den stärkeren Vormonaten und den Erwartungen zurückbleiben.

Während sich die Installationszahlen im für die regionale Wertschöpfung besonders wichtigen Privat- und Gewerbebereich auf Vormonatsniveau bewegen, blieb der für ein besseres Gesamtergebnis notwendige Zubau in den großen Anlagensegmenten im September gering. Vorzieheffekte im Kleinanlagensegment lassen sich nach wie vor nicht aus den Zahlen ablesen.

Inklusive aller Nachmeldungen wird ein Zubau erwartet, der deutlich über dem Vorjahreszeitraum (September 2025) liegt.

Installierte PV-Leistung nach Größenklassen (September 2025 - 2026)

Installierte PV-Leistung nach Größenklassen (September 2025 - 2026)

 

Mit 591 MWh bleibt auch der Speicherzubau deutlich hinter dem bisherigen Jahresdurchschnitt von 949 MWh zurück. Gegenüber dem August entspricht dies einem Rückgang von 44 %. Verantwortlich dafür ist vor allem das Ausbleiben großer Speicherprojekte, während der Zubau bei den Speichergrößen bis 750 kWh mit Nachmeldungen auf dem Niveau von Vormonat und etwas über dem Vorjahr liegen dürfte.

Installierte Speicherkapazität nach Größenklassen (September 2025 - 2026)

Installierte Speicherkapazität nach Größenklassen (September 2025 - 2026)

 

Großanlagen halten den PV-Markt 2026 in Waage

Nach drei Quartalen bewegt sich der deutsche PV-Markt statistisch erstaunlich genau auf dem Niveau der Vorjahre. Gleichzeitig verändert sich die Marktstruktur deutlich. Während sich Projektgeschäft und klassische Fachhandwerkssegmente 2025 noch die Waage hielten, verschiebt sich der Zubau zunehmend in Richtung großer Anlagen - eine Entwicklung, die bereits 2024 begonnen hat. Besonders das Segment der Anlagen mit mehr als 750 kWp gewinnt weiter an Bedeutung. Inzwischen entfallen rund 57 Prozent der installierten PV-Leistung des Jahres 2026 auf dieses Anlagensegment.

Demgegenüber stehen rückläufige Installationszahlen in vielen für das PV-Fachhandwerk relevanten Größenklassen. Vor allem typische Gewerbeanlagen zwischen 30 und 750 kWp verzeichnen gegenüber dem Vorjahr deutliche Rückgänge. Das Segment bis 10 kWp Leistung schrumpfte seit 2024 um über 40 %.

 

 

PV-Zubau 2022 - 2026 (jeweils Januar - September)
mit Abwärtstrend bei den Aufdachanlagen

PV-Zubau 2022 - 2026 (jeweils Januar - September)

Auswertung PV-Zubau 2024 - 2026 (jeweils Januar - September)

 

Jahresvergleich bestätigt Großspeicher-Vormarsch

Deutlich positiver fällt die Entwicklung im Speichermarkt aus. Nach drei Quartalen liegt die installierte Speicherkapazität rund 69 % über dem Vorjahreswert. Ausschlaggebend hierfür sind vor allem Großspeicheranlagen, deren Ausbau in den vergangenen Monaten erheblich an Dynamik gewonnen hat.

Doch auch im dezentralen Marktsegment zeigen die Zeichen wieder nach oben. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass die Talsohle bei Heim- und Gewerbespeichern durchschritten ist. Neben einer höheren durchschnittlichen Kapazität pro System wurden auch wieder mehr Speicher installiert, sowohl im Rahmen von Neuanlagen als auch bei Nachrüstungen bestehender PV-Systeme. Damit verfestigt sich das Bild eines Speichermarktes, der sowohl von Großprojekten als auch von einer zunehmenden Nachfrage im dezentralen Bereich profitiert und sich deutlich dynamischer entwickelt als der reine PV-Markt.

Speicher-Zubau 2022 - 2026 (jeweils Januar - September)

Auswertung Speicherzubau 2024 - 2026 (jeweils Januar - September)

EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm prophezeit: „Mit Blick auf unseren Absatz-Forecast könnte 2026 das bisher beste Jahr für den dezentralen Speicherzubau in Deutschland werden. Sogar besser als das Boomjahr 2023.“

Weitere Auswertungen zur Entwicklung des Zubaus sowie Details zur Einspeisevergütung finden Interessierte unter dem nachfolgenden Link.

Link: Bundesnetzagentur – EEG-Zubauwerte und Fördersätze

 

 

 
 
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