Neues aus dem Markt

14.09.2026 - Zubau im August: Sommerloch passt nicht zur Stimmung in der Branche

 
 

Der PV-Zubau fällt im August deutlich zurück. Die neu registrierte Leistung liegt merklich unter dem Niveau des Julis und des Vorjahresmonats. Ein nachhaltiger Nachfrageeinbruch lässt sich daraus jedoch nicht ableiten: Nachmeldungen haben die Ergebnisse der Vormonate erheblich nach oben korrigiert, während aus dem Eigenheimsegment und bedingt durch die weiterhin gute Auftragslage positive Marktsignale kommen. Gleichzeitig rückt mit der geplanten EEG-Novelle die Frage in den Vordergrund, wie Photovoltaik auch ab 2027 wirtschaftlich attraktiv bleibt.

Sommerloch im August deutlicher als erwartet

Mit aktuell 1.473 MWp liegt der PV-Zubau im August 2026 rund 22 % unter Juli und etwa 28 % unter August 2025. Insbesondere die für das Solarfachhandwerk relevanten Anlagen bis 750 kWp zeigen im August-Zubau erneut ein Langzeittief. Seit Dezember 2022 gab es mit Ausnahme des verschneiten Februars keinen schwächeren Monat.

Monatliche Entwicklung der installierten PV-Leistung nach Anlagengrößen von August 2025 bis August 2026. Der PV-Zubau erreicht im August 2026 rund 1.473 MWp nach etwa 1.876 MWp im Juli.

Entwicklung des PV-Zubaus nach Anlagengröße 2025–2026

Zwar dürfte der August-Wert durch die üblichen Nachmeldungen noch steigen, angesichts des Abstands zu den Vormonaten aber voraussichtlich darunterbleiben. Damit zeigt sich das bekannte „Sommerloch“ deutlicher als erwartet, während parallel im Solarhandwerk die Auftragsbücher voll und die Kapazitäten ausgelastet sind.

Monatliche Entwicklung der installierten Speicherkapazität nach Größenklassen von August 2025 bis August 2026. Im August 2026 wurden insgesamt 824 MWh neu installiert, nach 1.375 MWh im Juli.

Entwicklung der Speicherkapazität nach Größenklassen 2025–2026

Ein sehr ähnliches Bild zeigt sich beim Zubau von Batteriespeichern: In den Größenklassen bis 750 kWh wurden im August 436,1 MWh registriert, rund 29,6 % weniger als im Juli und knapp 4,7 % mehr als im Vorjahresmonat. Inklusive der Großspeicher liegt der Gesamtzubau bei 823,8 MWh und damit 57,3 % über August 2025. Einzelne Großprojekte beeinflussen den Gesamtwert damit weiterhin deutlich.

Nachmeldungen offenbaren leichten Aufwärtstrend

Durch teilweise sehr späte Nachmeldungen wird von Mai bis Juli bei PV und Speichern rückblickend ein leichter Aufwärtstrend sichtbar, der sich zum Zeitpunkt der jeweiligen Veröffentlichung noch nicht gezeigt hat. Ein klarer Saisoneffekt lässt sich daraus allerdings auch nach den Korrekturen nicht ableiten.

In den betrachteten Sommermonaten fällt der prozentuale Anteil der Nachmeldungen teilweise höher aus.

PV Juni 2026: Nachmeldungen nach Größenklasse

PV: Der Juni wurde gegenüber dem ursprünglichen Veröffentlichungsstatus um 26,8 % nach oben korrigiert. Auf aktuellem Datenstand liegt der PV-Zubau damit bei 1.337,7 MWp.

Vergleich der für Juni 2026 gemeldeten Speicherleistung nach Größenklassen zum Stand 15.07. und 14.09.2026. Die erfasste Gesamtleistung steigt von 991,4 MWp auf 1.207,6 MWp beziehungsweise um 21,8 %.

Batteriespeicher Juni 2026: Nachmeldungen nach Größenklasse

Speicher: Für den Juni wurden gegenüber dem ursprünglichen Veröffentlichungsstatus 21,3 % zusätzlich registriert; der Wert steigt damit von 991,4 MWh auf aktuell 1.207,6 MWh.

Auch der Juli wurde durch Nachmeldungen deutlich nach oben korrigiert. Beim PV-Zubau stieg der Wert von rund 1,53 GWp zum damaligen Veröffentlichungsstand auf aktuell 1,87 GWp, ein Plus von rund 21 %. Bei Speichern erhöhte sich die gemeldete Kapazität von 994 MWh auf aktuell 1.375 MWh und damit um rund 38 % (wir berichteten)

 

Branche rüstet sich für EEG-Novelle

Trotz des schwachen Augusts spricht die Auftragslage in Handel und Handwerk dafür, dass sich Nachfrage, vor allem im Aufdachsegment, auf die verbleibenden Monate dieses Jahres konzentriert.

Dieser Vorzieheffekt vor den geplanten EEG-Änderungen fällt bislang jedoch schwächer aus als erwartet. Während der BSW erste Vorzieheffekte beobachtete, meldete dieser Ende August noch keinen ausgeprägten PV-Boom, was die Zahlen der Bundesnetzagentur bestätigen. Eine flächendeckende Jahresendrallye ist demnach bislang nicht zu erkennen. Für Handel und Handwerk kann ein gleichmäßigerer Nachfrageverlauf sogar Vorteile haben: Materialengpässe, hektische Inbetriebnahmen und ein anschließendes Nachfragevakuum sind dadurch weniger wahrscheinlich.

Gleichzeitig sollte sich das Solarfachhandwerk auf 2027 vorbereiten. Der Gesetzentwurf zur EEG-Novelle ist inzwischen in den Bundestag eingebracht. Vorgesehen sind eine stärkere Direktvermarktung sowie eine engere Verzahnung von PV, Speicher und Eigenverbrauch. Für kleine und mittlere Dachanlagen soll die Einspeisespitze künftig auf 50 % der installierten Leistung begrenzt werden, ein zusätzlicher Anreiz, Speicher und Energiemanagement von Anfang an mitzudenken.

„PV lohnt sich auch 2027!“, sagt EWS-Geschäftsführer Jan Paul Dahm und führt aus: „Je länger wir uns an alte Rahmenbedingungen klammern, desto später lernen wir, mit den neuen umzugehen. Mit einer guten Auslegung sind PV-Anlagen als Teil eines vollständigen Energiesystems in den meisten Fällen auch nächstes Jahr noch eine wirtschaftlich sinnvolle Investition.“ Für das Solarfachhandwerk entstehen daraus zusätzliche Chancen bei Nachrüstung, Energiemanagement und Cross-Selling.

Link: Bundesnetzagentur – EE-Statistik